Donnerstag, 31. Dezember 2009

Warten auf die Flut und Koala knuddeln

Heute wollten wir zu einem Waterfall Way aufbrechen, einem Tourist Drive mit mehreren Wasserfällen auf der Route. Des ganze startet in Bellingen, dort wollten wir uns noch mit letzten Informationen an der Tourist Information versorgen.
Fast hätten wir die Info nicht gefunden, weil wir pünktlich um 9 dort waren und die erst um 9 aufmachen und des Schild noch nicht draußen hatten. Drinnen hatte eine Deutsche gearbeitet, die am Anfang mit uns Englisch gesprochen hat und uns dann gefragt hatte wo wir her sind. Ich hab Germany geantwortet, darauf sie: ah where exactly, ich Bavaria. Darauf sie auf Deutsch. "Ja dann können wir auch auf Deutsch reden" Seitdem fragen Steve und ich uns ob sie mit jemand der nicht aus Bayern kommt nicht Deutsch redet. Wir haben jedenfalls in der Tourist Information beide des gleiche gedacht und mussten synchron grinsen auf ihre Antwort.
Wir haben gleich mal gefragt ob die Gefahr besteht, dass eine Strasse überflutet sein könnte. Darauf Sie nö, des is alles in Ordnung. Dann haben wir noch bisschen über die Wasserfälle geredet, dann hat sie sich aber irgendwie verplappert, dass sie in dem Ort auf die Flut warten. Darauf wir: welche Flut? Ja da gibts eine Strasse in der Ortschaft die ist oft überschwemmt und des könnte jetzt demnächst auch wieder passieren. Aha interessant. Ein kurzer Blick auf die Karte hat dann gezeigt, es gibt quasi nur eine Strasse durch die Ortschaft und wenn die Überschwemmt ist darf man wohl wieder einen 200 km Umweg einlegen, diesmal nicht aus Feuergründen...
Die lockere Australische Lebenseinstellung ist ja echt bewundernswert allerdings teilweise etwas fehl am Platz. Es hilft also nix, wir haben uns dann die Brücke mal persönlich angeschaut und beschlossen, dass die Flut noch mindestens zwei Stunden zu warten hat und sind los um zumindest einen Wasserfall anzuschauen.
Beim Parkplatz zum ersten Wasserfall angekommen mussten wir dann leider feststellen, dass der Wanderweg aufgrund der Regenfälle geschlossen war, so haben wir noch kurz die Aussicht "genossen" und sind wieder zurück. Sorry, aber ich befrag in Austalien nur noch google, des liefert mir sinnvollere Informationen als die Aussies.

Nach dem kurzen Intermezzo sind wir weiter Richtung Sydney. Just in time im Auto haben wir die nächsten Highlights auf der Route gecheckt und da hat sich was gefunden was einfach optimal für uns für so einen Tag klang. Koala streicheln im Billabong Wildlife Park. Ja genau das haben wir jetzt gebraucht, die größten Chill Dudes Australiens waren jetzt genau das Richtige um uns den Tag noch zu retten.
Wir sind dort pünktlich zur Streichel- und Knuddelstunde angekommen. Zwei Kaolas wurden geweckt um mit uns zu spielen, die anderen durften friedlich im Baum weiterchillen. Steve und ich sind uns einig, des wären die optimalen Tiere fürs Büro zwei- drei von denen in der Büropalme und es kommt garantiert nie mehr Stress auf, da kann nebenan die Firma abbrennen und man würde wahrscheinlich immer noch in aller Ruhe im Büro sitzen. Ein Herzinfarkt im Büro wäre damit unmöglich, ich werde des in der Firma als Verbesserungsvorschlag einreichen.

Neben den Koalas durften wir mal wieder schlangen, Blue Tongues und Krokodille streicheln - was natürlich kein Vergleich war zu den Koalas. Naja jedenfalls war der Tag gerettet. Im Anschluss haben wir dann noch ein Kola Krankenhaus besucht, dort werden Kolas wieder aufgepeppelt die Unfälle mit Autos oder Haustieren hatten. Jedenfalls eine gute Sache.

Total gechillt haben wir uns dann noch in Port Macquarie eine Unterkunft gesucht. Nachdem dort auch fast alles ausgebucht war und des am Vortag ganz witzig war im Backpackerhostel haben wir uns diesmal auch wieder für ein Youth Hostel entschieden. Auf einmal hat es auch aufgehört zu regnen und wir konnten den Abend am Steg am Meer ausklingen lassen, einem Pelikan bei der Fischjagd zusehen und am später noch ein bisschen mit einem Australier und einem Spanier reden. Der Spanier hat noch ein paar Postkarten für uns geschrieben, also nicht wundern wenn da was Englisches kommt. Der Australier war dann später bei uns im Zimmer und hat uns am nächsten morgen beim Frühstück noch paar Anekdoten erzählt.

Wir sind dann nach dem Frühstück Richtung Newcastle aufgebrochen, hier werden wir heute abend Sylvester feiern.

sieht man hier öfter - die Strasse könnte überflutet werden

Top Aussicht im Nebel


Koala streicheln


Im Regen der Sonne hinterher...

Heute war uns das Wetter nicht ganz so treu wie auf unserem ersten
Abschnitt der Tour. So begannen wir unsere Fahrt durch den Regen auf
der Suche nach Sonne. Zuerst fuhren wir die Küste hinab Richtung
Ballina, bis wir auf einen schönen Lookout stießen. Hier konnte man
wunderbar auf die gesamte Bucht schauen und den wenigen Surfern die
sich um diese Uhrzeit bereits im Wasser tummelten zusehen. Dann hatten
wir noch Glück und sahen auf dem Meer 4 Delphine auf die Bucht
zuschwimmen, wirklich wundervolle Tiere. Sie hielten Kurs auf die
Surfer und dann drehten sie ab und schwammen wieder ins offene Meer,
wie beleidigte Kinder mit denen keiner spielt. Danach ging es für uns
weiter nach Ballina wo wir erst mal eine Frühstückspause einlegten und
den weiteren Tagesverlauf planten. Gesagt getan und so ging es ab
Richtung Yamba, nein nicht zu der Klingeltonfabrik sondern dem
malerischen Ort an der Küste. Na ja so malerisch wie im Lonely Planet
beschrieben war er dann doch nicht und so fuhren wir direkt weiter
nach Angourie Point einem wirklich wundervollen Ort auf unserer grünen
Erde. Eigentlich ist dies ein sehr kleiner Punkt für Surfer aber
direkt auf der anderen Seite der Bucht erstreckt sich ein weitere
Strand der wieder menschenleer war. Eine kleine Landzunge trennte die
beiden Strände und so wanderten wir an den menschenleeren Strand und
sogar die Sonne kam heraus. Anschließend umrundeten wir die Landzunge
an deren Ende eine wunderbare "Klippenformation" war. Dort sonnten wir
uns einige Minuten bevor es wieder zurück ging, an den Surfern vorbei,
zum Auto das nun in der uns bekannten Sonne vor sich hin schmorte.
Daraufhin fuhren wir über Ulmara, einem sehr kleinen Ort wo früher ein
Hafen gewesen sein sollte, den wir auch nicht mehr gefunden haben :)
nach Grafton. Hier machten wir noch eine kurze Pause bevor es zum Ende
unserer heutigen Reise weitergehen sollte, dem Ort Coffs Harbour. Von
hier wollten wir am nächsten Tag zu einer Fahrt auf einer
Wasserfallroute aufbrechen und so versuchten wir ein Quatier zu
finden, aber leider genauso wie gestern wurde das ganze wieder
schwieriger. Na ja am Ende fanden wir noch ein Motel, zwar zu einem
überteuerten Preis bezogen auf die Leistung aber wir hatten heute mal
keine andere Wahl... Nachdem wir unsere Klamotten ins Auto geschmissen
hatten sind wir noch an den Strand gefahren und haben dort etwas die
Umgebung erkundet. Leider war das Wetter nicht ganz so gut und so
haben wir uns dann auch bald schon in ein Lokal zurückgezogen und dort
noch schöne Frische "Fish and Chips" zu uns genommen...

der verlorene Tag...

Nachdem wir nach langen Quälereien endlich einen anscheinend
funktionsfähigen Ersatzwagen am Flughafen der GoldCoast erhalten haben
und deswegen noch einmal zwischen den Zeitzonen hin und her gesprungen
sind, haben wir an diesem Tag nicht mehr all zu viel gemacht. Um noch
ein paar Kilometer näher an unser Ziel zu kommen und einen guten
Ausgangspunkt für den nächsten Tag zu erhalten hielten wir Kurs auf
Byron Bay. Dies ist einer der bekanntesten Orte an der Ostküste und
sehr beliebt bei allen Backpackern, Surfern Hippies etc.. Außer den
schönen Stränden führte vorallem die gute Verkehrsanbindung zu der
vollkommen Beliebtheit dieses Ortes, alle Busse, Bahnen und natürlich
Autos halten hier. Flo und ich kamen erst gegen 1530 hier an und es
war bereits gerammelt voll. Auf den Straßen stappelten sich bereits
die Leute und dementsprechend wurde die Suche nach einer Unterkunft
für diese Nacht nicht ganz so leicht. Über die Beliebheit des Ortes
hinaus kam, dass die Schulferien hier in Australien begonnen haben und
so alle Leute auf Achse sind :(... Unsere Suche etwas in Byron Bay zu
finden scheiterte und so setzten wir uns etwas gefrustet in unser
neues Auto und nahmen den Kurs Richtung Süden wieder auf. Der nächste
Ort hieß Lennox Head. Dort fanden wir zielstrebig :) eine gute
Backpackerunterkunft mit dem billigsten Angebot der Stadt :). Es war
eigentlich recht witzig in Byron Bay hätte uns das Zimmer ohne
Frühstück und Internet noch 190 $ gekostet hier nur noch 50 $. Na gut
es war ein vierer Zimmer aber dafür gabs auch noch das Internet
kostenlos dazu und alles was wir brauchten :) nen Kühlschrank und nen
Platz zum Schlafen. Als wir endlich eine Unterkunft gefunden hatten
machten wir uns noch auf den Weg an den Strand der vielleicht 250 m
entfernt war: dasselbe Wasser und derselbe Strand wie in Byron Bay
aber dafür fast keine Leute. So genossen wir noch etwas den Abend
bevor es zurück. In der Wohnung angekommen setzten wir uns noch etwas
vor die Tür, ein kühles Blondes zu trinken und etwas zu relaxen. Dann
setzten sich noch zwei "Auswandererinnen" zu uns die uns an Ihrem
Glück teilhaben ließen. Also ich hab ja echt schon viel planloses
gesehen und gehört aber die beiden übertreffen echt alles. Sie haben
noch keine Ahnung was sie machen wollen aber sie wollen auf jeden Fall
nicht zurück nach Deutschland und hier ist alles besser :). Na ja sie
sind jetzt schon 1 Monat hier haben 3 Orte gesehen und sonst noch
nichts und noch immer keine Arbeit gefunden. Darüberhinaus beschwerten
Sie sich dass Ihr Englisch so schlecht wäre aber es auch nicht besser
werden würde was wiederum ein Grund dafür wär dass sie keine Arbeit
finden würden. Gleich im nächsten Satz erwähnten Sie aber auch dass
sie auch dauernd nur Deutsche treffen und deswegen nicht zum
Englischsprechen kommen. Na ja ich denke die Fehler der beiden stehen
auf der Hand :) ich sag mal ein Fall für Kabel 1: Die Auswanderer
deren Auswanderungen fehlgeschlagen sind und die unbedingt wieder nach
Deutschland wollen um dort von der Allgemeinheit ernährt zu werden....
...ganz schön witzig was man für Leute hier so trifft...na ja mit uns
schliefen dann noch ein paar Studenten aus Canberra im Zimmer..Mit
denen haben wir uns danach noch etwas unterhalten bevor es ab ins Bett
ging....

2 Chillout-Dudes am Beach

Brisbane - Nachtrag

Mittlerweile haben wir Brisbane schon wieder seit einige Zeit verlassen, aber der Vollständigkeit halber wollen wir natürlich noch kurz auf Brisbane eingehen.


Flug nach Brisbane


Wir sind am 25.12 hier angekommen und haben am Airport den Mietwagen in Empfang genommen, der Mietwagen der später den Ölverlust hatte. Naja auch äußerlich hatte er schon ein paar Schrammen, die Mietwagenfirma hat 2 Schadstellen auf ihrem Bericht angegeben, nach unserer Überprüfung waren allerdings alle Felder die man dort ankreuzen konnte als Schadhaft mit Krazern und Steinschlägen ausgefüllt und des ganze wurde dann noch von der Mietwagenfirma abgesegnet.


Das Chill Backpacker -wahrscheinlich eine alte Feuerwehrwache

Unser Chill Backpacker Hostel war ca. 1 km von der Innenstadt entfernt und hatte eine Dachterasse. Von der hatte man abends einen tolle Aussicht auf den Brisbane River. Den Abend haben wir dann noch damit verbracht Richtung Innenstadt zu laufen. Aus dem spontanen Spaziergang entwickelte sich allerdings ein vollständiger Stadtrundgang, vorbei an allen Highlights. Wie der obligatorische botanische Garten, die Innenstadt, die wegen dem Weihnachtsfeiertag nur von wenigen Touristen besucht war und man teilweise auch auf 4 spurigen Stadtautobahnen laufen konnte, weil kein Auto unterwegs war.

Eigentlich wollten wir uns auch noch ein Bier für unsere Chillout Dachterasse kaufen, allerdings gibt es ein Gesetz, des besagt man darf am 25.12 keinen Alkohol verkaufen bzw. nur in Verbindung mit einem Essen...
Das die Australier nicht mit Alkohol umgehen können haben wir ja schon gemerkt, aber diese Massnahme ist einfach quatsch. Jeder Australier der die Situaton kennt kann sich nämlich locker vorher mit Alkohol eindecken, liebe Aussies bitte einmal mitdenken...
Naja wir haben dann noch bei einem Chinesen am Stadtstrand Abendgegessen und dort auch gutes chinesisches Tsingtao bekommen.
Der Stadtstrand ist eine geniale Erfindung, hier wurde einfach ein kleiner Strand neben dem Brisbane River nachgebaut, des ganze liegt direkt vor einer Uni, bei der ich mich wohl für den nächsten Studiengang einschreiben werde und es war selbst abends um 21 Uhr noch richtig voll dort. Bei der Wanderung durch die Stadt sind uns auch seltsame Vögel aufgefallen die den ganzen Himmel verdunkelt haben. Als sich einige Viecher genähert haben, haben wir dann gesehen das es sich dabei um riesige Fledermäuse handelt, die wir dann später wirklich in jedem Baum wieder angetroffen haben. In dem Botanischen Garten in Melbourne hatten wir vorher schon erfahren, dass Melbourne wohl vor einigen Jahren auch eine richtige Fledermausplage hatte, die sich dann aber wieder verzogen hat. Ob die jetzt hier in Brisbane sind?

Am Himmel waren einige Flederäuse, die wurden jedoch durch die Langzeitbelichtung der Kamera sauber herausgefiltert

Blick zum Casino


Jedenfalls war Brisbane bei Nacht recht eindrucksvoll, dass wir mit unserem Spaziergang fast schon alle Sehenswürdigkeiten der Stadt erschlagen hatten, haben wir erst hinterher gemerkt ;-)

Am nächsten Tag waren wir dann nochmal in der Stadt unterwegs und haben die wenigen noch verbleibenden Attraktionen besichtigt, bis Mittag war die Stadt dann der krasse Gegensatz zum menschenleeren Vortag, die Geschäfte und Innenstadt war voll mit kaufwütigen, die eine regelrechte Schlacht um die Schnäppchen zelebrierten. Wir haben uns das Treiben noch bei einer gemütlichen Tasse Kaffe in der Innenstadt angeschaut und uns dann auf die Chillout Dachterasse verzogen. Abends waren wir nochmal kurz Sushi Essen in der Stadt, die gibts hier echt günstig und auch to-go, also Sushi zum mitnehmen - des ist hier teilweise fast so häufig anzutrefffen wie Bratwurstbuden in Nürnberg. Sowas wär auf jeden Fall auch mal ein geniales Konzept für Deutschland - wer damit starten will soll sich bei uns melden Steve und ich steigen mit ein ;-)

Den Abend haben wir in der Jugendherberge verbracht und im Gemeinschaftsraum DVDs gekuckt, da lief Captain Hook. Ich glaub den Film hab ich damals in der 5. Klasse schon mal auf Englisch in der Schule gesehen. War jedenfalls witzig, danach haben wir uns noch mit einer Holländerin unterhalten. Die war von den 18 jährigen Deutschen, die hier oft im Dauerzustand betrunken wie die Kängurus rumhüpfen, und offensichtlich nach dem Abi von ihren Eltern hier in Australien durchfinanziert werden, etwas angenervt. Die Eltern dieser "Abiturienten" offensichtlich auch, so dass die keine Kosten und Mühen scheuen, dass ihre Brut hier immer gut den Alkoholpegel halten kann. Naja jedenfalls schön, dass wir auch einmal im Leben mit Holland einer Meinung waren. Wenn wir auch nicht ganz verstanden haben warum sie sich in Holland ein Haus mit 3 Schlafzimmern gekauft hat, alleinstehend ist und jetzt die nächsten Jahrzehnte das Haus abbezahlen darf aber doch mit dem Gedanken spielt in ein anderes Land zum Arbeiten hinzugehen?? Holländer eben.

Am nächsten Tag haben wir dann Brisbane verlassen, es folgt die Story mit dem defekten Mietwagen.

ein Blue Tongue - die haben eine blaue Zunge, des ist ein sehr großes Exemplar, das mir leider seine Zunge nicht zeigen wollte