Unseren Aufentalt in Canberra haben wir mit dem Besuch des Memorial War Museum und des Australian National Museums ausklingen lassen. Ein persönlicher Host hat uns den gesamten Weg durch das National Museum vorab erklärt, was wir uns leider nicht merken konnten. Die erste Station, ein drehbares Kino zur Geschichte Australiens hätte 12 Minuten dauern sollen, allerdings war nach 4 Minuten Schluss. Bei der ersten Drehung ist dann gleich mal des Drehkino kaputt gegangen... ich vermute ich weiß wer da die Hydraulik Komponenten geliefert hat ... laut dem Techniker wars aber ein Softwareproblem, naja konnte jedenfalls nicht mehr repariert werden solange wir in dem Museum waren, böse Software...Das Museum an sich war interessant, es ging hauptsächlich um die Geschichte der Nation Australien. Teilweise haben wir zwar nicht verstanden was die Australier uns damit genau sagen wollen, aber es war eine schöne Mischung. Alleine der Bau ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk und der Eintritt war kostenlos. Gegen Nachmittag haben wir uns dann in Richtung Snowy Mountains auf den Weg gemacht, eine Region die wir an dem Tag noch öfter und intensiver sehen sollten. Unseren letzten Tankstop, der sich später als strategisch guter Schachzug darstellte, hatten wir in Cooma.Cooma ist ein Vorort der Snowy Mountain, im (australischen) Winter ein beliebtes Skigebiet. Wir sind dann weiter Richtung üste gefahren. Ca. 120 km vor unserem Zwischenziel an der Küste, Cann River, bemerkten leichte Rauchentwicklung. Der gute Hyundai Getz war allerdings unschuldig, es handelte es sich um ein Buschfeuer. Soweit unproblematisch, Strasse befahrbar, wenig Gegenverkehr. So erreichten wir durch eine Smog Wolke die schlimmer als damals in Shanghai war mit Sichtweiten unter 200 Meter irgendwann Cann River. Dort mussten wir leider feststellen, dass das Zentrum der Rauchentwicklung die wir schon seit ca. 100 km bemerkt hatten wohl direkt in der Nachbarschaft von Cann River liegen musste. Den dort war jetzt die Strasse gesperrt. In so einem Fall wendet sich natürlich der Tourist gerne an die Polizei, deinen Freund und Helfer, die auch noch an der Strassensperre standen. Wie lang dauert so ein Buschfeuer bei euch? Wann ist die Strasse wieder frei? Antwort: Letztes Jahr war die Strasse nur 6 Tage gesperrt. Hmm.... Was empfehlen Sie für den Weg nach Melbourne? Antwort: Jungs, nehmt einfach einen Umweg der ist feuerfrei, ich zeigs euch auf der Karte...Ok, der Umweg ging zurück nach Bombala (91 km, da kamen wir gerade her), weiter nach Delegate und Bonang, nach Orbost, Gesamtumweg ca.200 km. Orbost liegt wieder auf dem Highway an der Küste. Wir waren leicht skeptisch, da die Strassen auf dem Umweg gestrichelt waren, ein deutlicher Hinweis dachten wir Strasse nur für Geländefahrzeuge (zur Erinnerung wir fahren einen Hyundai Getz mit gefühlten 50 PS und Automatik). Darauf der Polizist: Nein, das ist kein Problem, es ist dort vielleicht bisschen matschig aber da kommt ihr locker durch. Wir waren skeptisch, da es auch schon 18.30 Uhr war und es normalerweise gegen 20.30 Dunkel wird. Aber der Polizist beschwichtigt in knapp 2 Stunden seid ihr durch. Auch ein zweiter Tourist wurde mit ähnlich sachdienlichen Hinweisen losgeschickt. Na gut, wenn die Polizei das sagt, machen wir das. Also zurück, den ersten Teil kannten wir ja bereits, außer einem toten Wombat gab es in dem Smog nichts großartiges zu sehen. Die neue Strecke verhielt sich am Anfang auch ganz normal, skeptisch wurden wir allerdings als wir die Strecke in das Navi eingaben und das für den Rest der Strecke (120 km) eine Zeit von über 2 Stunden ermittelte. Naja auch ein Tomtom kann sich ja mal irren... dachten wir. Wir fuhren also dem Sonnenuntergang entgegen und stellten bald fest, dass die Strasse von Teer in Sand wechselte. Für einen Getz ja noch keine echte Herausforderung. Nach 10 km wurde es ja wieder Teer und wir dachten wir hatten das schlimmste hinter uns. Die folgenden 20 km auf engen, aber geteerten Waldwegen ließen das Herz eines jeden Rallyfahrers vor Freude jauchzen, so konnten wir wieder ein bisschen Zeit gut machen. Den beinahe Zusammenstoß mit einem überdimensionierten Holzlaster auf unserer Spur konnten wir durch ein geschicktes Ausweichmanöver ohne Schäden an Fahrzeug und Insassen meistern. Der nun einsetzende Regen und Dunkelheit erleichterte das Fahren nun nicht unbedingt, vor allem da der Waldweg nun in eine echte Forststraße überging.Forststraße ist ein geschotterter Waldweg mit Schlaglöchern, Baumresten, Abgründen links und rechts und Tieren auf der Fahrbahn. Die Beleuchtung des Getz ähnelt unter diesen Bedingungen der Beleuchtung eines Adventskranzes und das am 2 Advent. Auch das Navi war sich jetzt bezüglich der Route seiner Sache nicht mehr ganz so sicher. Allerdings waren immer noch HIGHWAY Schilder zu unserem Zielort aufgestellt, was uns wesentlich optimistischer als das Navi stimmte. Die Sonne war nun komplett untergegangen und es wurde langsam Nacht im Urwald. Dies machte sich durch die Anwesenheit von Schlangen, Fröschen und sonstigem Urwaldgetier bemerkbar. Unsere Hoffnung ruhte auf Bonang, weil dort die Strasse angeblich wieder Asphaltiert war oder wir zur Not dort eine Unterkunft finden könnten. Die gute Nachricht, die Strasse wurde tatsächlich wieder Asphaltiert, sonstige Strassenbedingungen und Regen identisch. Bonang hätten wir ohne dem Hinweis des Navis auch nicht als solches erkannt. Es besteht aus einem Haus. Dort wollten wir jetzt wie im Rallysport üblich Fahrerwechsel machen. Wir stoppten am Wegesrand, eine Millisekunde bevor wir die Tür aufmachten wurden wir durch aufgewecktes Hundebellen ermahnt doch den Fahrerwechsel wo anders durchzuführen. Einem weiteren Kilometer später vollzogen wir dann diesen in einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit. Durch die schlechten Wetterbedingungen konnten wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit nun bei 40 km/h zementieren. Eine weitere Errungenschaft der Aussies half uns dabei bei der Orientierung, die Leitplanken links und rechts sind mit unterschiedlich farbigen Reflektoren ausgestattet, was selbst der Beleuchtung eines Getz genüge tut. Kaum hatten wir uns an diese Geschwindigkeit gewöhnt, schloss von hinten ein Geländewagen auf, nach dem Truck der uns beinahe niedergemäht hätte seit ca. 100 km das erste Fremde Fahrzeug.Nach weiteren 5 km fanden wir eine geeignete Stelle diesen Geländewagen passieren zu lassen. Der kritische Blick auf die Tankuhr zeigte einen Stand im unteren Drittel an...eine weitere Herausforderung? Weitere 10 km Fahrt später sehen wir einen hellen Schein am Horizont und bei genauem Hinsehen auch ein Warnblinklicht. Wir beschlossen kurzerhand an dem vermeintlichen Pannenfahrzeug zu halten, aber zogen es aufgrund der ungklärten Schlangensituation vor im Fahrzeug zu verbleiben. Der Geländewagen entpuppte sich als der "Überholer" von vor 10 km, ein indischer Tourist, mit hochschwangerer Frau und 2 Kindern im Fahrzeug. Er habe keine Panne beruhigte er uns und sich selbst, aber er seine Frau ist mit den Nerven fertig und die Kinder brauchen eine Pause.Ein idiotischer Polizist habe ihn mit dem Hinweis die Umleitung dauert nur 2 Stunden und ist mit jedem Fahrzeug zu bewältigen auf die Reise geschickt... ah ja tatsächlich, das ist aber sehr Verantwortunglos von dem Polizisten...Da wir nicht weiter helfen konnten wünschten wir noch eine gute Fahrt und setzten die Reise fort. Allerdings bemerkten wir nun seltsame, kratzende Geräusche an unserem treuen, roten Gefährten. Wir beschlossen einen Notstop einzuhalten und Fehlerdiagnose durchzuführen. Das Problem war schnell erkannt, es hatte sich ein Ast in unserem Radkasten bei der Aktion mit dem Inder verfangen. Nun konnten wir durch die besseren Strassenverhältnisse trotz massivem Starkregen unseren Schnitt auf 45 km/h steigern, so fuhren wir angespannt wegen der noch ungklärten Übernachtungssituation unserem Ziel entgegen. Die Fahrt wurde noch einmal durch einen unvorsichtigen Waschbären auf der Flucht vor einer Schlange jäh gestoppt, wir konnten jedoch rechteitig stoppen. Die letzten Kilometer waren unspektakulär.
In Orbost angekommen (kurz vor 23 Uhr) machten wir uns durch das Navi geführt auf Hotelsuche. Die ersten 3 Hotels waren bereits durch Feuerwehleute, die angeblich in der Nähe einen Brand bekämpfen sollten, besetzt. Hotel nur 4 auf der Liste, eine Kneipe mit offensichtlichem Hotelbetrieb und leicht angeheiterten Einheimischen war gerade im Begriff zu schließen, als wir mit unserem Gefährt vor der Tür hielten. Einen Fuß in der Tür haben wir dann noch wegen einer Unterkunft angefragt und siehe da es war tatsächlich noch ein Zimmer frei. Die 50 Dollar für zwei Personen waren das bisher günstigste, aber für die Leistung auch angemessenster Preis für eine Unterkunft auf unserem Trip...
Was lernen wir daraus?
Tanke immer voll, den du weißt nicht wann die nächste Tanke kommt.
Höre NIEMALs auf australische Polizisten.
Mein nächster Wagen ist der Hyundai Getz, ein unverwüstlicher Gefährte mit herausragenden Geländeeigenschaften. Bei Tageslicht betrachtet sind auch keine bleibenden Schäden am Fahrzeug sichtbar, die man nicht wegdiksutieren könnte. Durch den Starkregen ist auch der Schlamm kaum am Fahrzeug haften geblieben....
P.S. diese Geschichte basiert auf einer wahren Gegebenheit, Insassen und Fahrzeug kammen bei der Aktion nicht zu Schaden.Nach dem Polizisten wird bereits gefahndet...
Rauch auf der Strecke
Die Strassensperre
Der Weg wird schlechter
Fahren in der Nacht